Sonntag, 1. November 2009

Trick or Treat?!


Ich hab' schon Karneval immer gehasst... nicht wegen des Festes an sich, einfach wegen meiner eigenen Unkreativität. Ok, Halloween, na dann muss man sich halt irgendwas einfallen lassen. Schwarzer Umhang, Zylinder und Make-Up. Fertig war der Schmalspur-Dracula. Mein Make-Up hab' ich ganz allein gemacht und ich finde, ich sah ganz schön untot aus :)

Karen und Josh hatten zur Halloween-Party geladen. Da gab's dann von jeder Menge Piraten über einen täuschend echten Elvis bis hin zu dem authentisch französischen Mimen jede Menge Variationen. Sogar Michael Ballack war da. Doch der absolute Knaller war Anan, der als eine Mischung aus Grace Jones und Tina Turner voll in seiner Rolle aufging. Die Fotos sind echt 'nen Blick wert.

In der Library ging es bei der großen Halloween-Fete weiter. Danke an Carsten, der den halben Abend mit meiner Kamera rumgelaufen ist und alle möglichen Kuriositäten abgeknipst hat. Morgens um vier (hier wurde heute Nacht auf Winterzeit umgestellt, also war es offiziell eigentlich erst drei) noch zum traditionellen Frühstück bei Shari's, abschmincken und endlich ins Bett.

Fazit: Verkleidungspartys sind mir immer noch suspekt, aber Halloween war allemal besser als der Schulfasching von früher...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Livemusic and Groundblizzards


Mein "Ich lebe noch!" ist dieses Mal gar nicht so selbstverständlich, wie sich das vielleicht anhört. Aber der Reihe nach. Montag Spanisch-Examen, Dienstag Marketing... da kam mir gerade recht, dass ich seit zwei Monaten eine Karte für Rob Thomas Live in Denver hatte. Sozusagen als Geburtstagsgeschenk von mir an mich und als Belohnung nach den Klausuren hier. Also das Marketing-Examen in 25 Minuten abgerissen und danach mal gleich zu Enterprise Car Rental. Dann Sachen ins Auto schmeißen und schön gemütlich mit lauter Musik und guter Laune (wie ich mein eigenes Auto vermisse – man könnte sagen, mir fehlen diese meditativen Momente bei voll aufgerissener Anlage) Richtung Denver.

Auf dem Weg einen kurzen Stopp in Loveland eingelegt. Das Nest direkt hinter Fort Collins hat zwar nicht viel, aber immerhin ein Factory-Outlet. Details über das Volumen und den Preis von Hilfiger-, Levi's- und Nike-Zeugs, das ich dort erstanden habe, möchte ich hier nicht verraten (wer's wissen will, soll mich verdammt nochmal anrufen... mich ruft ja hier nie jemand an! Außer Mama hin und wieder... Da kann ich anscheinend auch gleich hier bleiben!). Nur zwei Dinge: Erstens, klamottentechnisch bin ich jetzt versorgt. Und zweitens, habt ihr schonmal 'ne Levi's für 19$ und 'n Hilfiger Poloshirt für 25$ gekauft (es wird regelrecht peinlich und klingt nach Takko, wenn man das in Euro umrechnet!).

In Denver an der University, die praktischerweise gleich am Interstate-25 liegt, ab und in die Magness-Arena. Meine Kamera durfte ich natürlich nicht mit reinnehmen (keine Spiegelreflex...), deshalb gibt's auch keine Bilder. Das da oben ist von der Homepage. Egal, es fing an mit Carolina Liar, einer mir völlig unbekannten Pop-Rock-Band, die aber nicht schlecht war. Da ich mal überhaupt gar nicht wusste, dass 'ne Vorband auf dem Programm stand, staunte ich auch nicht schlecht, als ich in der Pause von der Toilette wieder in die Halle kam und da ein Banner mit dem Bandnamen OneRepublic hing. Man könnte sagen, ich war positiv überrascht :)

Rob Thomas hat gute zwei Stunden hingelegt und seine zwei Soloalben fast ganz durchgespielt. Von Matchbox Twenty gab's nur Bent als Zugabe. Dennoch, absolut gut. Ob Ever the same als Balladenversion oder das Grammy-preisgekrönte Smooth – ohne Santana, dafür mit viel Gefühl. Als Hommage an Bruce Springsteen legte Thomas noch Dancing in the dark drauf. Respekt... Grandioses Konzert.

Da hörte der Spaß aber auch schlagartig auf! In Denver hat es zu der Zeit (so etwa 23:30) schon heftig geschneit. Da ist zwar nichts liegengeblieben, aber gegen den Schnee sieht man ja schonmal nicht so viel. Mehr als 50 Meilen/Stunde war die meiste Zeit bis Fort Collins nicht drin. Mit dem kleinen zusätzlichen Problem, dass ich irgendwann die Höhenlagen erreicht hatte, in denen es bei knackigen Minusgraden nicht mehr gleich wegtaut. In etwa auf Höhe Fort Collins konnte man die Abdrücke meiner Fingernägel schon im Lenkradplastik sehen. Da hatte ich aber noch gute 100 Kilometer vor mir.

Die Bedingungen wurden schlechter und anstatt mir in Fort Collins ein Quartier zu suchen, hab' ich's durchgezogen (in dem Wissen "ich muss morgen die Karre wieder abgeben (wenn sie dann noch heil' ist)" – denn wäre ich in Fort Collins geblieben, hätte ich auch heute Morgen wegen geschlossener Straßen keine Chance gehabt, nach Laramie zu kommen). Ich war auch so ziemlich der einzige PKW auf der Straße... mit ca. 30 Meilen alle drei Spuren benutzend. In Cheyenne musste ich für die letzten 40 Meilen auf den I-80 Richtung Westen. Die Straße wird gern mal gesperrt. Haben die wohl auch in dieser Nacht gemacht – unmittelbar nachdem ich draufgefahren bin. Da ich mich so am Lenkrad festgekrallt habe, um nicht von der Straße zu rutschen und die 10 Meter Sichtweite im Auge zu behalten, habe ich leider keine Fotos. Nur soviel: Ich denke, ich bin der erste, der in einem sommerbereiften KIA Rio solche Bedingungen überlebt hat. Orientierung nur an den reflektierenden Seitenpfosten (jetzt weiß ich endlich, wofür die da sind) auf der einen und der Schneekante auf der anderen Straßenseite. Immer versuchend, in etwa die Mitte des dreispurigen Highways zu treffen.

Dort, wo der Wind den Schnee nicht in Massen über die Straße gepeitscht hat, lag er auf der Straße. Zweimal wäre ich fast steckengeblieben. Und das ist dann nicht wie in Europa! Da ist 40 Meilen NICHTS! Außer Schneetreiben. Und bei der Sichtweite mitten auf dem Highway stehenbleiben ist keine gute Idee. Ich wäre auf dem Kühlergrill des nächsten Trucks verendet. Und mit Warndreieck an die Seite stellen? Naja, wer auf Erfrieren steht... Da kommt nicht der ADAC mal eben so vorbei. Kurzum, steckenbleiben war keine Option!

Nach fast fünf (5!!!) Stunden Fahrt war ich schließlich um kurz vor 5 morgens in Laramie. Nervlich völlig am Ende und den Tränen nah (einfach nur wegen der Erleichterung). Mein Spanischprofessor, der eigentlich jeden Tag von Fort Collins nach Laramie pendelt, hatte die Nacht extra schon in Laramie verbracht und hatte heute nur einen Kommentar übrig: "Wie, Sie sind HEUTE Nacht die Strecke gefahren, mit 'nem Kleinwagen...? ...alleine? Tapfer, verdammt tapfer!" Hey, glauben Sie mir, mach' ich auch bestimmt nicht freiwillig nochmal...

Darauf, dass ich das schadlos überstanden habe, gehe ich jetzt erstmal ein Bier trinken!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Crazy Birthday Bash


So, nun bin ich alt. Also, die nüchternste, offensichtlichste Feststellung mal vorne weg. Technisch-mathematisch gesehen bin ich ja nun schon 30 – schließlich wird ab 25 aufgerundet. Egal, dafür habe ich mein 25. Lebensjahr ordentlich beschlossen. Ja, wir haben es hier tatsächlich noch hingekriegt, eine Fete zu organisieren – und was für eine. Aber der Reihe nach: Wir, das sind hauptsächlich Diana und ich, die beide am Samstag Geburtstag hatten (23 und bekanntermaßen 25) und die Party organisiert haben. Allerdings soll Anan nicht unerwähnt sein, dessen Heterosexualität – sagen wir mal gaaanz vorsichtig – etwas in Frage gestellt werden darf (auf den Fotos ist das der etwas weiblich gekleidete Laote, der dann irgendwann mit Krönchen und Zauberstab rumfuchtelt). Nur hatten wir dummerweise ein kleines Problem: In den Wohnheimen sind Parties verboten (besonders alkoholhaltige).

Die Rettung trafen wir erst Donnerstag Mittag: Sie heißt Shawndra und ist die Freundin von Michi, der in Rosenheim geboren ist und ganz passabel Deutsch spricht. "Ach, ne Party und ihr wisst nicht wo? Das Apartment neben mir steht leer, ich darf das nutzen, darüber ist ne Arztpraxis, die um 14 Uhr zu macht und sonst wohnt in dem Hause keiner... da kommen die Cops nie hin!" Lange Rede kurzer Sinn: Gebongt! Das Apartment war wirklich etwas versifft. Keine Möbel (kann auch nix kaputtgehen), aber immerhin ne Küche. Und nach einmal durchfegen und Müll aufsammeln sah das schon wieder ganz "feierbar" dort aus. Sangria, Glühwein und Chips besorgt, Wackelpudding gemacht und noch schnell das Licht auf der Toilette repariert, fertig war die Location.

Ich bin am Abend noch in Fort Collins Fußball spielen gewesen (nach einer 3:1-Führung in der Overtime noch 3:4 zu verlieren ist bitter!) und deshalb 'ne halbe Stunde zu spät zu meiner eigenen Party gekommen. Was ich dann dort aber sah, war etwas... überraschend. Es waren gut 30 Leute (hauptsächlich Internationals) eingeladen worden. Am Ende waren es geschätzte 50-60. Manche kannte ich gar nicht. Aber so läuft das hier. "Hey, da ist 'ne Hausparty hab' ich gehört, lass' uns da mal alle hingehen!" Und auch wenn ich als quasi-Gastgeber bei sowas am Anfang immer etwas unentspannt bin (wegen Nachbarn, Cops und sowieso), war es am Ende die Mega-Fete. Alle waren begeistert und betrunken, haben bei lauter Musik getanzt und gefeiert. Hey, so 'ne coole Party habe ich bislang in Amerika noch nicht erlebt – und dann war's auch noch unsere eigene! Alter Schwede! Oder in diesem Fall besser: Alter Finne! Denn um den Titel des Tagesvollsten stritten sich zunächst Ferdinand (der war dann aber auf einmal spurlos verschwunden – man fand ihn morgens ohne Jacke und Handy, aber zumindest in seinem eigenen Bett auf) und Lassi Härmälä aus Finnland. Letzterer hatte meine Kamera den halben Abend und ist immer mal wieder auf einer ganzen Reihe Bilder mit drauf (der Blonde mit den längeren Haaren, der von Bild zu Bild besoffener aussieht). Aber keine Sorge, die richtig kompromittierenden Fotos sind natürlich nicht online!

Schlafen war nicht, stattdessen aufräumen und um 5:30 mit Patrick, Dennis, Carsten und Christoph nach Denver. Warum so früh? Christoph ist gestern nach New York geflogen und den mussten wir am Flughafen absetzen. Wofür wir ihn gehörig verfluchten, denn völlig übermüdet haben wir den Tag dann in Denver totschlagen müssen, bis wir Abends um 19:00 Uhr im Pepsi-Center die Colorado Avalanche gegen die Detroit Red Wings gewinnen haben sehen. Ein verrückter und sehr langer Geburtstag ging damit zu Ende.

An dieser Stelle vielen dank an Rainer, Martin, Christa und Mario für ihre Anrufe und alle anderen, die mir Mails geschrieben haben und an mich gedacht haben. Aber auch wenn das schön war, hier mit all den Leuten zu feiern, die obligatorische Garagenparty hat mir schon gefehlt. Naja, und trotz der vielen, die auch trotz der Distanz an mich gedacht haben, für manche, von denen man es wirklich nicht vorher erwartet hatte scheint es wohl doch zu heißen: Aus den Augen, aus dem Sinn!

So viel von mir,
eure alte Flasche!

Montag, 19. Oktober 2009

Die kleinen Dinge...



Diesmal ist es kein Trip von eintausend Meilen und kein großartiges Erlebnis, das hinter mir liegt; deshalb kann man sich auch mal den kleinen Dingen widmen, die in der letzten Zeit so angefallen sind. Beispielsweise habe ich mir im Unitheater am 1. Oktober "The Crucible" von Arthur Miller angesehen ("Hexenjagd" auf Deutsch); nach der Theatergruppe war eine Woche später das Symphonieorchester dran. Zwischendurch spiele ich hier ja immer noch Fußball, wie man unten sehen kann:


Am letzten Mittwoch habe ich Daniel aus Köln kennengelernt. Rheinische Herzlichkeit in Person und für stundenlange Diskussionen zu haben. Väterlicherseits brasilianische Vorfahren, deshalb ist er auch bekannt als "The Darkness". Naja, am Samstag bin ich mit ihm, René, Kristin und Karen nach Fort Collins gefahren. René ist seit vier Jahren hier und kann es kaum erwarten, im November wieder nach Deutschland zu kommen. Kristin ist der Grund, warum er seit vier Jahren hier ist und die kommt dann wohl auch mit nach Deutschland. Karen ist eine von Harbou. Alter bayerischer Adel sozusagen. Und ja, ihre (Ur?)Großmutter war Thea von Harbou, bekannt für Nazi-Propagandafilme und das Drehbuch von Metropolis... Die ist mit Josh zusammen (der am Samstag noch völlig besoffen leider arbeiten musste).

In Fort Collins gibt es einen Laden mit einer ganzen Wand voller maßlos überteuerten europäischen Produkten. Deshalb esse ich jetzt gerade Manner-Schnitten. Da war dann auch ein kleiner europäisch-liberaler Protest angebracht. Daniel, René und ich haben also erstmal auf der Straße (streng verboten hier) einen Underberg platt gemacht. Punk's not dead!!!


Nach einem weiteren Bier in einer australischen Bar (am Bondi Beach war ich dieses Jahr erst surfen :-) ) und einem Besuch in der Mall gönnten wir uns nach dem ganzen Mensa-Futter einmal richtig gutes Essen. Nämlich beim Japaner. Hibachi heißt das, wenn der Maestro mit viel zu scharfen Messern das Essen auf der Herdplatte direkt am Tisch zubereitet. Mal was ganz anderes, zwar etwas teurer als Fast Food, aber definitiv genial. Seht euch diese und andere Fotos doch einfach selbst an.

Liebe Grüße aus Wyoming!

Mittwoch, 14. Oktober 2009

At the moment of Surrender...



"Long time no see..."
oder in dem Fall besser "...no read". Schließlich habe ich wieder einmal lang nichts von mir hören lassen. Jaja, ich tue und tue hier und habe das Gefühl, grad mal die Hälfte gebacken zu kriegen. Nun denn, vorneweg das obligatorische "Ich lebe noch!" (oder was man so "leben" nennt). Dass ich noch nichtmal am Wochenende was schreiben konnte, hatte auch 'nen Grund: Ich war gar nicht da. Also zumindest ab Samstag nicht mehr. Eigentlich wollten wir erst Sonntag nach Denver fahren, aber es war ziemlich verschneit und Samstagmorgen waren auch alle Straßen aus Laramie raus gesperrt. Deshalb haben wir schon nachmittags die kurzzeitig geöffneten Straßen genutzt, um nach Denver zu kommen. Naja, genauergesagt nach Castle Rock; da wohnen nämlich die Eltern von Alex, bei denen wir die Nacht verbracht haben ("Nacht verbringen" war für mich nicht zu verwechseln mit "schlafen", denn ich war ja davon ausgegangen, erst Sonntag zu fahren, deshalb saß ich bis 3 in der Küche und habe noch ein Assignment fertig gemacht...).

Am Sonntagmorgen dann zum Airport und ab in den Süden... genauer gesagt nach Dallas. "In Texas ist es warm und sonnig", hat man mir gesagt. Pustekuchen! 15 Grad und Regen. Hello Texas! Nundenn, per Shuttle zum Hotel an der Nordseite des Airports und dann... ja und dann...??? Downtown Dallas war der Plan. Das einzige Problem, wir sind in den USA, und noch schlimmer: in Texas. Public Transportation? – nie gehört! Warum auch, jeder hat 'nen dicken Pick-Up. Ende vom Lied: Wir kamen per Shuttle bis zum Airport zurück, aber von dort aus NIRGENDS hin. Selbst der Zug nach Downtown (der nach einer Dreiviertelstunde Busfahrt zu erreichen wäre, aber sich trotzdem noch "Airport Rail" nennt) fährt nicht an Sonntagen. Und auf Mietwagen an Flughafen gibts in Texas 52 % Steuern und horrende Versicherungsgebühren. Also, in ein Restaurant was essen, dann ins Hotel, Football gucken und chillen.


Montag – neuer Tag, neues Glück. Mit dem Shuttle zum Airport, von da zweimal umsteigen und mit dem Bus zum Bahnhof. Downtown Dallas hat den Aufwand kaum gelohnt. Nachdem wir erst etwas Muffe hatten, von einem Schwarzen ausgeraubt zu werden, der uns (die wir ja offensichtlich Touristen waren, die in den falschen Block geraten sind) scheinbar verfolgt hat, haben wir schließlich doch noch 'ne ganz nette Ecke gefunden. So viel Zeit war aber ja auch wieder nicht, wir wollten am frühen Nachmittag ja schon wieder in Arlington sein. Da wurde nämlich dieses Jahr mit dem New Cowboys Stadium die größte überdachte Stadionkomstruktion der Welt eröffnet. Natürlich standen wir auch da wieder vor dem selben Mobilitätsproblem, denn Arlington ist ein Vorort im Westen von Dallas. Und die Einwohner der beiden Städte haben sich vor ein paar Jahren dagegen entschlossen die spärlich vorhandenen Buslinien zusammenzuschließen... Ok, was will man erwarten von einem Staat, der Leute wie George W. Bush hervorbringt...!!! Na auf jeden Fall mit dem Zug nach Nordwesten, wieder fast bis zum Airport und dann per Taxi zum Stadion. Im folgenden Video gibts einen kleinen Überblick über Stadion und Bühne:


Das "relativ" frühe Anstehen ab halb 2 hat sich total gelohnt, denn schließlich kamen wir noch in den inneren Bereich der Bühne in die Mitte ganz nach vorne ;-) Die Bilder sind von Dennis, meine DSLR wollte und durfte ich da natürlich nicht mit rein nehmen. Ich stand alleine sogar noch ein ganzes Stück weiter vorne... Naja, um halb 8 gab's dann eine Dreiviertelstunde Muse auf die Ohren (ja, Enno, Matt Bellamy ging 4 Meter vor mir total ab, und ich weiß du bist soo neidisch). Die folgenden Videos sind auch nicht von mir... ich war vieeel weiter vorne, man kann mich bestimmt irgendwo vorne, zwei Meter links von der Mitte, etwa bei dem Monitor, erkennen... aber es geht mir nur um eine kleinen Eindruck, zuerst Muse:


Nach einer Pause gab's den Hauptakt – U2. Was soll ich sagen. Meine Lieblingsband in so einem geilen Stadion und 135 Minuten supergeile Show. Bei manchen Liedern hat nur irgendwas gefehlt... ich glaub', das studiert grad in Paderborn.





Sobald dieses grandiose Highlight jedoch vorbei war hat Dallas seinem vorigen Eindruck wieder alle Ehre gemacht. Keine Shuttlebusse – nach nirgendwo hin. Das heißt de facto, dass zu einem 80.000-Leute-Konzert alle mit dem Auto gekommen sind!!! Bis auf uns, natürlich. Mit etwas Glück haben wir dann noch einen schätzungsweise 65 Jahre alten iranischen Taxifahrer erwischt, der Hitler bewundert und Husten hatte, der sich nach Lungenkrebs im Endstadium angehört hat. Mal ganz davon abgesehen, dass er trotz Adressangabe keinen Plan hatte, wo denn nun unser Hotel ist. Das muss man erstmal schaffen, mit Navi. Aber auch kein Wunder, wenn man den kleinen Helfer in der Windschutzscheibe konsequent ignoriert. Ich denke aber ernsthaft, dass die 5 Meilen Umweg seinem Gesundheitszustand und nicht seiner listigen Natur zuzuordnen sind. Zumal wir auch nicht den vollen Preis gezahlt haben.

Gestern wurde ausgeschlafen und dann ging's zurück. Alle krank, alle mit Husten – bis auf mich. Glück gehabt, außer nem leichten Schnupfen ist nix übriggeblieben. Hätte ich mir auch nicht erlauben können, heute war schließlich das nächste Assignment fällig...

Das war's dann wohl auch erstmal mit den größeren Ausflügen; nun wird studiert. Kleines Fazit der letzten drei Tage: Texas muss nicht nochmal sein, U2 gerne immer wieder!

Samstag, 3. Oktober 2009

Yellowstone National Park


Endlich Wochenende... und endlich einmal nicht unterwegs. Da bleibt doch glatt Zeit, mal wieder aus den Staaten zu berichten – und zwar, wie sollte es anders sein, vom letzten Wochenende. Denn darüber habe ich bislang weder ein Wort noch ein Foto verloren. Dabei ist das letzte Wochenende durchaus einen Bericht wert. Denn immerhin war ich im ältesten Nationalpark der USA. Und der ist in Wyoming; zumindest zu 95 %. Auch wenn Montana und Idaho für sich beanspruchen, dass Yellowstone auch innerhalb ihres Staatsgebiets liegt, ist er eigentlich die größte Sehenswürdigkeit der Cowboys in Wyoming.

Wir befinden uns in Laramie in der südöstlichen Ecke des Staates (das ist auf der Karte unten rechts), Yellowstone dagegen liegt im Nordwesten (oben links). Aber wer lässt sich schon von knapp 800 Kilometern Fahrt abschrecken. Das sind hier die Staaten, da ist das doch nah dran. Jedenfalls war die Konsequenz aus der Distanz, dass wir am Freitag morgen bereits um 6.30 losfahren mussten. Naja, es ist ein kleines bisschen später geworden. Warum? Sagen wir mal so, um 6.28 weckte mich ein Anruf von Dennis mit dem ungefähren Wortlaut "Sag mal, wo bleibst du?". Ich saß immerhin um 6.39 im Van. Und das, obwohl ich meine Sachen natürlich noch nicht gepackt hatte. Na jedenfalls war ich nicht der letzte, zwei der Chinesen, die mit waren, haben die Abfahrt um eine weitere Viertelstunde verzögert.

Unterwegs noch schnell das Indianerreservat der Shoshone-Indianer besichtigt ("Der Schuh des Manitu" läßt grüßen), und südlich vom Grand Teton Nationalpark unser Quartier für die Nacht in Jackson bezogen. Daran fallen drei Dinge auf:
  • Die Grand Tetons sind eine sehr markante Bergkette. Dabei entstammt der Name dem Französischen und bedeutet tatsächlich genau das, was man sich bei der Betrachtung der Worte denkt. Was lernen wir daraus: Franzosen sind ganz schön versaut.
  • "We got married in a fever, hotter than a pepper sprout, we've been talking 'bout Jackson, ever since the fire went out. I'm going to Jackson, I'm gonna mess around. Yeah, I'm going to Jackson, look out Jackson town." Das ist die erste Strophe aus dem bekannten Klassiker von Johnny Cash und June Carter. Warum hat es Jackson in ein Lied des Country-Gottes geschafft? Nun ja, das führt uns gleich zum nächsten Punkt.
  • Jackson (im Teton-County gelegen) ist was Grundstückspreise angeht der teuerste Fleck der ganzen USA. Sandra Bullock und Harrison Ford haben dort Anwesen. Naja, die Stadt ist klein und niedlich und die Umgebung atemberaubend schön. Aber sonst sieht man es dem Örtchen eigentlich nicht an.
Nun ja, aber zurück zur Natur und zum Samstag, wo es schließlich nach Yellowstone ging. Und dort fing gleich am Einlass eine glückliche Serie an. Denn auf Grund irgendeines besonderen Tages haben wir gleich mal den kompletten Eintritt gespart – der Park war an dem Samstag umsonst! Zwar sorgte ein Waldbrand dafür, dass einige Straßen gesperrt waren (was uns Sorge machte, schließlich lag unser Hotel für die kommende Nacht am Yellowstone Lake, genau dort, wo das Feuer wütete), aber erstmal ging es sowieso zum Old Faithful, den Geysiren und heißen Quellen. Dort traf einer unserer beiden Guides zufälligerweise seinen Onkel, einen Geologie-Professor am Western Wyoming College (der ganz nebenbei mit irgendeinem Inder um den Weltrekord für die längsten Augenbrauen konkurriert – das meine ich ernst, checkt die Fotos!). Da der grad mal seiner Klasse eine Führung gab, konnten wir uns kostenlos mit einklinken und bekamen danach eine weitere Führung durch ein Gebiet im Park, das normalerweise nicht für Touristen offen ist...

Nach einer Begegnung mit einem Büffel (und einem Kilometer weiter seiner ganzen Herde) konnten wir schließlich doch noch unser Hotel beziehen. In etwas zu kalten Cabins schliefen wir unter dem etwas beißenden Brandgeruch. Auch der Yellowstone Lake sah am nächsten morgen eher nach einem Plattencover von U2 als nach Nationalpark aus.

Das gesparte Eintrittsgeld legten wir in eine spontane Änderung der Reiseroute an. Statt nach Cody in ein Museum zu fahren (gäähn) fuhren wir mit der nicht für höhenuntaugliche Menschen geeigneten Seilbahn (weshalb Niko auch mal gleich unten blieb) auf die Grand Tetons. Windig, aber grandiose Aussicht!!! Abschließend ein Bad in heißen Quellen am Fuß eines Berges südlich von Jackson und chinesisches Essen in einem Restaurant in Pinedale. Fertig war ein gelungenes Wochenende mit vielen Eindrücken, das um 3 Uhr am Montagmorgen in Laramie endete.

Fazit: Anstrengend, aber wunderschön!

Montag, 21. September 2009

Hier schneet`s!



Hallo, was geht? Es ist der 21. September, gestern hatten wir mittags angenehme 20 Grad und heute... weiß! Das bleibt zwar noch nicht liegen, aber von oben schneet (Konjunktion von Verben war noch nie meine Stärke – ich finde es schneet viel schöner als es schneit) es munter vor sich hin. Als ich heute morgen in der Vorlesung mit Eckhard in Oldenburg gechattet habe, meinte er nur: "Von deinen Drogenpartys will ich gar nichts wissen." Aber mal ernsthaft, hier kommt echt gefrorenes Wasser vom Himmel...

Wie einen dann auch die eigene Wahrnehmung verarscht... Och, gestern war es auch warm über Tag, da reicht wohl ne Stoffhose und Strickjacke – Pustekuchen!!! Ich hab' mir sonstwas abgefroren auf dem Weg zum Hörsaal... Und in der Mensa saß ich dann da, hab' verträumt in den Himmel geguckt und mich bei dem Gedanken ertappt "So lang' ist das doch noch gar nicht her, dass ich mit Daniel und Lisa über den Weihnachtsmarkt in Oldenburg geschlendert bin – aber egal, Glühwein würd' schon wieder gehen...!"

Freitag, 18. September 2009

Get on your boots...



Wyoming... das ist Sinnbild für den wilden Westen. So ziemlich das Erste, was mein Auslandskoordinator in Oldenburg mir über diese Gegend erzählt hat, war: "Wenn du das auf der Straße jemanden in Boots und mit Cowboyhut siehst – das ist dann seine Arbeitskleidung." Naja, und so ist das hier wirklich. Generell sind die Leute hier kaum nach einem Stil angezogen, auch wenn es am Wochenende weggeht, sind die Europäer in der Bar immer die am meisten "aufgestylten". Also von leicht punkig bis Skater ist hier alles vertreten, dominiert wird das ganze allerdings vom Légeren... weiter Pulli und Shorts... oder so ähnlich. Aber die Cowboy-Einflüsse gibt es hier tatsächlich überall. Zu den Jeans hat man hier durchaus Stiefel an und ein breitgekrempter Hut fällt auf der Straße nicht auf.

Lange Rede, kurzer Sinn. Gestern Nachmittag sind wir nach Cheyenne, der Hauptstadt Wyomings gefahren (siehe Bericht über den ersten Besuch weiter unten). Alex, der am Mittwoch 22 geworden war, wollte da hin; mit Uli, Dimitri, Diana und mir fanden sich darüber hinaus noch Leute, um das Auto vollzumachen. In der Mall erstand ich mir das, was ich wirklich brauchte, nämlich Schienbeinschoner für mein erstes Fußballspiel heute Nachmittag. Naja, und dann das, was ich schon ewig suchte (Ralph wird sich an Wien und Amsterdam erinnern). Nun habe ich endlich einen Hut gefunden, der mir steht... naja, und dazu halt Boots... jetzt bin ich zwar pleite, aber happy!

In den Straßen von Downtown-Cheyenne (wo mal so gar nichts los ist) wurde der Hut auch erstmal Probe getragen... Um die Wildwest-Erfahrung zu komplettieren, spendierte uns Alex beim Feierabendbier in einer Bar eine Portion Rocky Mountain Oysters. Die müsse man einfach mal gegessen haben. Frage an euch: Was habe ich denn da wohl gestern probiert? Kleiner Tipp: Echte Austern gibt es hier weit und breit nicht!!! Das sollte einem schon mal Sorgen machen...

Also, frei nach U2: "Get on your boots..."

Dienstag, 15. September 2009

Vegas, Baby!


Ok, dieser Post hätte viele Titel haben können. Viva Las Vegas wäre auch ein heißer Kandidat gewesen, schließlich haben wir den Klassiker von Elvis fast totgehört. Kein Wunder, die Autofahrt war ja auch lang genug – deswegen hätte sich 788 Miles to Vegas – and back! auch qualifiziert. Klingt aber für europäische Ohren zu harmlos..., jedoch wäre Knapp 1300 Kilometer hin und zurück an einem Wochenende! nicht wirklich authentisch gewesen. Deshalb einfach nur Vegas, Baby!

Donnerstag Abend ging's los. Mietwagen abgeholt (einen weißen Dodge Journey) und ab auf die I-80 Richtung Salt Lake City, von da nach Süden auf den I-15 bis nach Nevada. Patrick ist die Tour hin gefahren, ich hab' mein Bestes gegeben, ihn die 13 Stunden zu unterhalten, während die Rückbank gesägt hat.

Dort angekommen und im Wild Wild West eingecheckt (das glich eher einem Motel denn einem Hotel – war aber günstig und nah am Strip) legte sich die Hälfte erstmal schlafen... während ich mit Carsten und Diana straight zum nächsten Starbucks musste! Nach dem Kaffee waren wir bereit für die erste Runde über den Strip. In aller Herrgottsfrühe (9 Uhr...). Nach einer Shoppingtour durch die Mall (gut das Patrick und ich irgendwann beschlossen haben, nur noch auf den Fußboden zu gucken und den Hollister-Store schnellstmöglich zu verlassen) war ein bisschen Erholung am Hotelpool auch bitter nötig. Schließlich ist das alles gar nicht so einfach nach einer durchfahrenen Nacht und bei knapp 40 Grad (im Schatten!!!).

Der Abend begann mit einem Subway-Sandwich und ein paar Longdrinks und endete im gemütlichen Schlendern durch MGM Grand (dem größten Hotel der Welt) und New York New York. Prompt hatte ich auch schon 20 $ am Roulette-Tisch verloren. Die lange Fahrt machte sich schließlich bemerkbar, sodass ich zurück ins Hotel und dort in mein "Bett" ging. "Bett" deshalb, weil das Jungs-Zimmer zwei Betten hatte und ich mich mit den Worten "mir doch egal, ich kann überall pennen" dazu bereiterklärt hatte, zwischen den Betten auf dem Boden zu nächtigen.

Am Samstag liefen wir uns erneut die Füße wund und die T-Shirts nass. Sehr erfrischend war dabei der Aufenthalt im Coca-Cola-Store, bei dem wir ein Flavors-Of-The-World Softdrink-Tasting gemacht haben. Von China Apple bis MezzoMix (from Germany) war alles dabei. Meine stolzeste Errungenschaft: Eine Coca-Cola-Light Boxershorts. Dianas Kommentar, ich solle doch die Coke Zero Shorts nehmen, hab ich mal einfach überhört. Wer möchte schon in großen Lettern "Null" auf seinem Schritt stehen haben!? Bevor es zum Frischmachen zurück ins Hotel ging, stand aber noch der legendäre Brunnen vor dem Bellagio auf dem Program – siehe Video...


Ich kann stolz von mir behaupten, am Samstagabend im noblen Bellagio sogar gewonnen zu haben. Immerhin zusammengerechnet 27 $ an Roulette und einarmigem Banditen. Damit war der Verlust wieder ausgeglichen. Im MGM Grand, genauer gesagt im Studio 54 wurde der Abend beschlossen. Fazit: Vegas ist auf jeden Fall sehenswert, aber warum die Amis so begeistert von dem verrückten Flecken Erde mitten in der Wüste sind, kann ich nun nicht nachvollziehen. Europäer sind wohl härteres gewohnt ;-) Einzig die Größe ist beeindruckend, wo sonst findet man Freiheitsstatue, Eiffelturm und San Marco de Venezia in einer Straße...

Sonntag bin ich zurückgefahren... von 11 bis halb 2 nachts. Mit kleinem Zwischenstopp am Heber-Stausee, an dem eine paar witzige Aufnahmen entstanden. Das im folgenden Bild soll übrigens "Vegas" heißen... Aber naja. Was gibt's sonst noch? 96 % im ersten Spanish-Assignment (obligatorische Info für Mama), eine Handynummer (307-460-1437) und einen Festenetzanschluss in meinem Zimmer (307-766-7371), von den ich aber nicht weiß, ob man ihn vom Ausland aus anrufen kann... Wie das darüber hinaus mit den internationalen Vorwahlen läuft, müsst ihr selbst sehen.

Also, soviel von mir... ich muss zurück an die Arbeit und hab' gleich auch noch Fußballtraining... Stress...

PS: Vielen Dank an Paparazzo-Carsten, der sich die Mühe mit den Panorama-Bildern gemacht hat und die Bilder seiner Cam zur Verfügung gestellt hat!

Mittwoch, 9. September 2009

North Platte Canoeing


Wow, was für ein Wochenende. Und es steckt mir immernoch in den Knochen. Schließlich waren es gute 40 Kilometer, die wir von Samstag bis Montag paddelnderweise abgerissen haben. Nachdem wir uns Freitag Abend noch in der Library getroffen hatten, war ich verdammt froh, dass mich ein Flurkollege um 8.45 a.m. geweckt hat. Schließlich war um 9 treffen und ich hatte noch nichts gepackt. Naja, aber wie sich herausstellen sollte, war ich noch lange nicht der letzte am Treffpunkt.

Zwei Stunden später und etwa 70 Meilen weiter westlich kamen wir am Saratoga Lake nahe der gleichnamigen Stadt an. Nach einem erfrischendem Bad im eiskalten Wasser ging es daran, sich mit dem roten Ding vertraut zu machen, dass uns in den nächsten drei Tagen mehr oder weniger gekonnt über den North Platte River bringen würde. Die Kanus vorerst wieder aufgeladen, wurde es nach kurzer Autofahrt ernst: Der Fluss wartete... Vorher noch kurz an den Saratoga Hot Springs (scheiße, die waren wirklich heiß, ich hatte den ganzen Tag rote Füße!) vorbeigeschaut und hinein ins Abenteuer. Ok ok, der North Platte ist ein eher gemütlicher Fluss, in dem man an nicht wenigen Stellen doch auch schon mal aussteigen muss, um das Kanu über die Flachpassagen zu schieben.

Nach etwa fünf oder sechs Meilen war es dann auch schon genug für die untrainierten Arme. Genug, um in aller Ruhe den Zeltplatz nahe Treasure Island aufzuschlagen. Auf dem Campinggrill wurden von der super organisierten Crew bestehend aus Mo (eine Sie – und nein, ich habe keine Ahnung, wofür "Mo" steht) und den beiden sympathisch bekloppten Brüdern Forrest und Logan, Spaghetti mit Salsa-Sauce zubereitet. Lange hat es uns danach auch nicht mehr am Lagerfeuer gehalten, alle waren wir k.o. Auch die schöne Vollmondnacht am spiegelglatten Fluss verblasste in ihrer Schönheit gegenüber den Verlockungen eines warmen Schlafsacks. Denn auch wenn ich tagsüber knackebraun geworden bin und vom Kanu in den Fluss gesprungen war – nachts war es bitterkalt. Apropos in Flüsse springen und so: Rainer, kannst du mir 'ne neue Maui Jim Sport bestellen... ich weiß, ich bin ne Schlampe.

Ok, schnell Themawechsel. Also, ja, war schön. Morgens hat es ein bisschen geregnet. Aber dafür war der improvisiert zubereitete Kaffee vom Campingherd "the best coffee in America so far", sehr zum Amüsement von Forrest, der den Sieg über das allgegenwärtige Starbucks sichtlich genoss. Dazu gab es Pancakes mit Sirup und Instant-Rührei...

Pünktlich zum Start unserer 13-Meilen-Etappe brach die Sonne durch. Es wurde ein wunderschöner Tag. Adler, Hirsche (oder was auch immer biologisch korrekt Deer für eine Rasse ist) und Frösche waren für das Wildlife-Feeling zuständig... und für den Safari-Effekt. Denn Dennis und Ferdinand hatten kurzzeitig ziemlich Panik, als der Adler von der Kiesbank auf sie zugewandert kam. Die beiden waren übrigens auch für den Höhepunkt des Tages zuständig. Ja, sie haben es tatsächlich hingekriegt, das Kanu kentern zu lassen. In bester Baywatch-Manier und mit David-Hasselhoff-Locken riss ich mir Rettungsweste und T-Shirt vom Leib, sprang in den Fluss und rettete... äääh... die Tüte mit den Süßigkeiten, eine Flasche Cola und 'ne Sandale aus den Fluten. Naja, der Wille zählt. Dennis war übrigens für einen Gutteil des Entertainments verantwortlich. Der Gesangsstudent war eine paddelnde Jukebox... Nur meinen Vorschlag, nach dem Kentern "My heart will go on" zu intonieren, fand er irgendwie nich so witzig ;-)

Nach einer "Dusche" im Fluss, einem weiteren Abend am Lagerfeuer mit gerösteten Marshmallows und erholsamem Schlaf im Zelt ging es Montag auf die Schlussetappe von nochmal etwa 5 Meilen. Der Fluss verabschiedete und mit einer krassen Portion Gegenwind. Völlig erschöpft kamen wir wieder in Laramie an und wurden erst einmal wieder klatschnass! Denn das gute Wetter war in Saratoga geblieben. Dafür fühlte sich die Dusche umso schöner an. Nur mal so am Rande: Wir haben hier Montag nicht etwa die Uni geschwänzt, es war nämlich Labor Day, sowas wie der erste Mai..., Tag der Arbeit halt – und folglich Feiertag.

Aufgrund der kurzen Woche ist es diese Tage dann allerdings umso stressiger. Geschlafen habe ich heute satte 90 Minuten, da ich bis sage und schreibe kurz vor 6 an einem Assignment saß, dass ich gerade abgegeben habe. Also, ich studiere hier auch fleißig... nur so als obligatorische Randbemerkung :-) So, muss los, Spanisch fängt gleich an! See You...