Mittwoch, 14. Oktober 2009

At the moment of Surrender...



"Long time no see..."
oder in dem Fall besser "...no read". Schließlich habe ich wieder einmal lang nichts von mir hören lassen. Jaja, ich tue und tue hier und habe das Gefühl, grad mal die Hälfte gebacken zu kriegen. Nun denn, vorneweg das obligatorische "Ich lebe noch!" (oder was man so "leben" nennt). Dass ich noch nichtmal am Wochenende was schreiben konnte, hatte auch 'nen Grund: Ich war gar nicht da. Also zumindest ab Samstag nicht mehr. Eigentlich wollten wir erst Sonntag nach Denver fahren, aber es war ziemlich verschneit und Samstagmorgen waren auch alle Straßen aus Laramie raus gesperrt. Deshalb haben wir schon nachmittags die kurzzeitig geöffneten Straßen genutzt, um nach Denver zu kommen. Naja, genauergesagt nach Castle Rock; da wohnen nämlich die Eltern von Alex, bei denen wir die Nacht verbracht haben ("Nacht verbringen" war für mich nicht zu verwechseln mit "schlafen", denn ich war ja davon ausgegangen, erst Sonntag zu fahren, deshalb saß ich bis 3 in der Küche und habe noch ein Assignment fertig gemacht...).

Am Sonntagmorgen dann zum Airport und ab in den Süden... genauer gesagt nach Dallas. "In Texas ist es warm und sonnig", hat man mir gesagt. Pustekuchen! 15 Grad und Regen. Hello Texas! Nundenn, per Shuttle zum Hotel an der Nordseite des Airports und dann... ja und dann...??? Downtown Dallas war der Plan. Das einzige Problem, wir sind in den USA, und noch schlimmer: in Texas. Public Transportation? – nie gehört! Warum auch, jeder hat 'nen dicken Pick-Up. Ende vom Lied: Wir kamen per Shuttle bis zum Airport zurück, aber von dort aus NIRGENDS hin. Selbst der Zug nach Downtown (der nach einer Dreiviertelstunde Busfahrt zu erreichen wäre, aber sich trotzdem noch "Airport Rail" nennt) fährt nicht an Sonntagen. Und auf Mietwagen an Flughafen gibts in Texas 52 % Steuern und horrende Versicherungsgebühren. Also, in ein Restaurant was essen, dann ins Hotel, Football gucken und chillen.


Montag – neuer Tag, neues Glück. Mit dem Shuttle zum Airport, von da zweimal umsteigen und mit dem Bus zum Bahnhof. Downtown Dallas hat den Aufwand kaum gelohnt. Nachdem wir erst etwas Muffe hatten, von einem Schwarzen ausgeraubt zu werden, der uns (die wir ja offensichtlich Touristen waren, die in den falschen Block geraten sind) scheinbar verfolgt hat, haben wir schließlich doch noch 'ne ganz nette Ecke gefunden. So viel Zeit war aber ja auch wieder nicht, wir wollten am frühen Nachmittag ja schon wieder in Arlington sein. Da wurde nämlich dieses Jahr mit dem New Cowboys Stadium die größte überdachte Stadionkomstruktion der Welt eröffnet. Natürlich standen wir auch da wieder vor dem selben Mobilitätsproblem, denn Arlington ist ein Vorort im Westen von Dallas. Und die Einwohner der beiden Städte haben sich vor ein paar Jahren dagegen entschlossen die spärlich vorhandenen Buslinien zusammenzuschließen... Ok, was will man erwarten von einem Staat, der Leute wie George W. Bush hervorbringt...!!! Na auf jeden Fall mit dem Zug nach Nordwesten, wieder fast bis zum Airport und dann per Taxi zum Stadion. Im folgenden Video gibts einen kleinen Überblick über Stadion und Bühne:


Das "relativ" frühe Anstehen ab halb 2 hat sich total gelohnt, denn schließlich kamen wir noch in den inneren Bereich der Bühne in die Mitte ganz nach vorne ;-) Die Bilder sind von Dennis, meine DSLR wollte und durfte ich da natürlich nicht mit rein nehmen. Ich stand alleine sogar noch ein ganzes Stück weiter vorne... Naja, um halb 8 gab's dann eine Dreiviertelstunde Muse auf die Ohren (ja, Enno, Matt Bellamy ging 4 Meter vor mir total ab, und ich weiß du bist soo neidisch). Die folgenden Videos sind auch nicht von mir... ich war vieeel weiter vorne, man kann mich bestimmt irgendwo vorne, zwei Meter links von der Mitte, etwa bei dem Monitor, erkennen... aber es geht mir nur um eine kleinen Eindruck, zuerst Muse:


Nach einer Pause gab's den Hauptakt – U2. Was soll ich sagen. Meine Lieblingsband in so einem geilen Stadion und 135 Minuten supergeile Show. Bei manchen Liedern hat nur irgendwas gefehlt... ich glaub', das studiert grad in Paderborn.





Sobald dieses grandiose Highlight jedoch vorbei war hat Dallas seinem vorigen Eindruck wieder alle Ehre gemacht. Keine Shuttlebusse – nach nirgendwo hin. Das heißt de facto, dass zu einem 80.000-Leute-Konzert alle mit dem Auto gekommen sind!!! Bis auf uns, natürlich. Mit etwas Glück haben wir dann noch einen schätzungsweise 65 Jahre alten iranischen Taxifahrer erwischt, der Hitler bewundert und Husten hatte, der sich nach Lungenkrebs im Endstadium angehört hat. Mal ganz davon abgesehen, dass er trotz Adressangabe keinen Plan hatte, wo denn nun unser Hotel ist. Das muss man erstmal schaffen, mit Navi. Aber auch kein Wunder, wenn man den kleinen Helfer in der Windschutzscheibe konsequent ignoriert. Ich denke aber ernsthaft, dass die 5 Meilen Umweg seinem Gesundheitszustand und nicht seiner listigen Natur zuzuordnen sind. Zumal wir auch nicht den vollen Preis gezahlt haben.

Gestern wurde ausgeschlafen und dann ging's zurück. Alle krank, alle mit Husten – bis auf mich. Glück gehabt, außer nem leichten Schnupfen ist nix übriggeblieben. Hätte ich mir auch nicht erlauben können, heute war schließlich das nächste Assignment fällig...

Das war's dann wohl auch erstmal mit den größeren Ausflügen; nun wird studiert. Kleines Fazit der letzten drei Tage: Texas muss nicht nochmal sein, U2 gerne immer wieder!

Samstag, 3. Oktober 2009

Yellowstone National Park


Endlich Wochenende... und endlich einmal nicht unterwegs. Da bleibt doch glatt Zeit, mal wieder aus den Staaten zu berichten – und zwar, wie sollte es anders sein, vom letzten Wochenende. Denn darüber habe ich bislang weder ein Wort noch ein Foto verloren. Dabei ist das letzte Wochenende durchaus einen Bericht wert. Denn immerhin war ich im ältesten Nationalpark der USA. Und der ist in Wyoming; zumindest zu 95 %. Auch wenn Montana und Idaho für sich beanspruchen, dass Yellowstone auch innerhalb ihres Staatsgebiets liegt, ist er eigentlich die größte Sehenswürdigkeit der Cowboys in Wyoming.

Wir befinden uns in Laramie in der südöstlichen Ecke des Staates (das ist auf der Karte unten rechts), Yellowstone dagegen liegt im Nordwesten (oben links). Aber wer lässt sich schon von knapp 800 Kilometern Fahrt abschrecken. Das sind hier die Staaten, da ist das doch nah dran. Jedenfalls war die Konsequenz aus der Distanz, dass wir am Freitag morgen bereits um 6.30 losfahren mussten. Naja, es ist ein kleines bisschen später geworden. Warum? Sagen wir mal so, um 6.28 weckte mich ein Anruf von Dennis mit dem ungefähren Wortlaut "Sag mal, wo bleibst du?". Ich saß immerhin um 6.39 im Van. Und das, obwohl ich meine Sachen natürlich noch nicht gepackt hatte. Na jedenfalls war ich nicht der letzte, zwei der Chinesen, die mit waren, haben die Abfahrt um eine weitere Viertelstunde verzögert.

Unterwegs noch schnell das Indianerreservat der Shoshone-Indianer besichtigt ("Der Schuh des Manitu" läßt grüßen), und südlich vom Grand Teton Nationalpark unser Quartier für die Nacht in Jackson bezogen. Daran fallen drei Dinge auf:
  • Die Grand Tetons sind eine sehr markante Bergkette. Dabei entstammt der Name dem Französischen und bedeutet tatsächlich genau das, was man sich bei der Betrachtung der Worte denkt. Was lernen wir daraus: Franzosen sind ganz schön versaut.
  • "We got married in a fever, hotter than a pepper sprout, we've been talking 'bout Jackson, ever since the fire went out. I'm going to Jackson, I'm gonna mess around. Yeah, I'm going to Jackson, look out Jackson town." Das ist die erste Strophe aus dem bekannten Klassiker von Johnny Cash und June Carter. Warum hat es Jackson in ein Lied des Country-Gottes geschafft? Nun ja, das führt uns gleich zum nächsten Punkt.
  • Jackson (im Teton-County gelegen) ist was Grundstückspreise angeht der teuerste Fleck der ganzen USA. Sandra Bullock und Harrison Ford haben dort Anwesen. Naja, die Stadt ist klein und niedlich und die Umgebung atemberaubend schön. Aber sonst sieht man es dem Örtchen eigentlich nicht an.
Nun ja, aber zurück zur Natur und zum Samstag, wo es schließlich nach Yellowstone ging. Und dort fing gleich am Einlass eine glückliche Serie an. Denn auf Grund irgendeines besonderen Tages haben wir gleich mal den kompletten Eintritt gespart – der Park war an dem Samstag umsonst! Zwar sorgte ein Waldbrand dafür, dass einige Straßen gesperrt waren (was uns Sorge machte, schließlich lag unser Hotel für die kommende Nacht am Yellowstone Lake, genau dort, wo das Feuer wütete), aber erstmal ging es sowieso zum Old Faithful, den Geysiren und heißen Quellen. Dort traf einer unserer beiden Guides zufälligerweise seinen Onkel, einen Geologie-Professor am Western Wyoming College (der ganz nebenbei mit irgendeinem Inder um den Weltrekord für die längsten Augenbrauen konkurriert – das meine ich ernst, checkt die Fotos!). Da der grad mal seiner Klasse eine Führung gab, konnten wir uns kostenlos mit einklinken und bekamen danach eine weitere Führung durch ein Gebiet im Park, das normalerweise nicht für Touristen offen ist...

Nach einer Begegnung mit einem Büffel (und einem Kilometer weiter seiner ganzen Herde) konnten wir schließlich doch noch unser Hotel beziehen. In etwas zu kalten Cabins schliefen wir unter dem etwas beißenden Brandgeruch. Auch der Yellowstone Lake sah am nächsten morgen eher nach einem Plattencover von U2 als nach Nationalpark aus.

Das gesparte Eintrittsgeld legten wir in eine spontane Änderung der Reiseroute an. Statt nach Cody in ein Museum zu fahren (gäähn) fuhren wir mit der nicht für höhenuntaugliche Menschen geeigneten Seilbahn (weshalb Niko auch mal gleich unten blieb) auf die Grand Tetons. Windig, aber grandiose Aussicht!!! Abschließend ein Bad in heißen Quellen am Fuß eines Berges südlich von Jackson und chinesisches Essen in einem Restaurant in Pinedale. Fertig war ein gelungenes Wochenende mit vielen Eindrücken, das um 3 Uhr am Montagmorgen in Laramie endete.

Fazit: Anstrengend, aber wunderschön!

Montag, 21. September 2009

Hier schneet`s!



Hallo, was geht? Es ist der 21. September, gestern hatten wir mittags angenehme 20 Grad und heute... weiß! Das bleibt zwar noch nicht liegen, aber von oben schneet (Konjunktion von Verben war noch nie meine Stärke – ich finde es schneet viel schöner als es schneit) es munter vor sich hin. Als ich heute morgen in der Vorlesung mit Eckhard in Oldenburg gechattet habe, meinte er nur: "Von deinen Drogenpartys will ich gar nichts wissen." Aber mal ernsthaft, hier kommt echt gefrorenes Wasser vom Himmel...

Wie einen dann auch die eigene Wahrnehmung verarscht... Och, gestern war es auch warm über Tag, da reicht wohl ne Stoffhose und Strickjacke – Pustekuchen!!! Ich hab' mir sonstwas abgefroren auf dem Weg zum Hörsaal... Und in der Mensa saß ich dann da, hab' verträumt in den Himmel geguckt und mich bei dem Gedanken ertappt "So lang' ist das doch noch gar nicht her, dass ich mit Daniel und Lisa über den Weihnachtsmarkt in Oldenburg geschlendert bin – aber egal, Glühwein würd' schon wieder gehen...!"

Freitag, 18. September 2009

Get on your boots...



Wyoming... das ist Sinnbild für den wilden Westen. So ziemlich das Erste, was mein Auslandskoordinator in Oldenburg mir über diese Gegend erzählt hat, war: "Wenn du das auf der Straße jemanden in Boots und mit Cowboyhut siehst – das ist dann seine Arbeitskleidung." Naja, und so ist das hier wirklich. Generell sind die Leute hier kaum nach einem Stil angezogen, auch wenn es am Wochenende weggeht, sind die Europäer in der Bar immer die am meisten "aufgestylten". Also von leicht punkig bis Skater ist hier alles vertreten, dominiert wird das ganze allerdings vom Légeren... weiter Pulli und Shorts... oder so ähnlich. Aber die Cowboy-Einflüsse gibt es hier tatsächlich überall. Zu den Jeans hat man hier durchaus Stiefel an und ein breitgekrempter Hut fällt auf der Straße nicht auf.

Lange Rede, kurzer Sinn. Gestern Nachmittag sind wir nach Cheyenne, der Hauptstadt Wyomings gefahren (siehe Bericht über den ersten Besuch weiter unten). Alex, der am Mittwoch 22 geworden war, wollte da hin; mit Uli, Dimitri, Diana und mir fanden sich darüber hinaus noch Leute, um das Auto vollzumachen. In der Mall erstand ich mir das, was ich wirklich brauchte, nämlich Schienbeinschoner für mein erstes Fußballspiel heute Nachmittag. Naja, und dann das, was ich schon ewig suchte (Ralph wird sich an Wien und Amsterdam erinnern). Nun habe ich endlich einen Hut gefunden, der mir steht... naja, und dazu halt Boots... jetzt bin ich zwar pleite, aber happy!

In den Straßen von Downtown-Cheyenne (wo mal so gar nichts los ist) wurde der Hut auch erstmal Probe getragen... Um die Wildwest-Erfahrung zu komplettieren, spendierte uns Alex beim Feierabendbier in einer Bar eine Portion Rocky Mountain Oysters. Die müsse man einfach mal gegessen haben. Frage an euch: Was habe ich denn da wohl gestern probiert? Kleiner Tipp: Echte Austern gibt es hier weit und breit nicht!!! Das sollte einem schon mal Sorgen machen...

Also, frei nach U2: "Get on your boots..."

Dienstag, 15. September 2009

Vegas, Baby!


Ok, dieser Post hätte viele Titel haben können. Viva Las Vegas wäre auch ein heißer Kandidat gewesen, schließlich haben wir den Klassiker von Elvis fast totgehört. Kein Wunder, die Autofahrt war ja auch lang genug – deswegen hätte sich 788 Miles to Vegas – and back! auch qualifiziert. Klingt aber für europäische Ohren zu harmlos..., jedoch wäre Knapp 1300 Kilometer hin und zurück an einem Wochenende! nicht wirklich authentisch gewesen. Deshalb einfach nur Vegas, Baby!

Donnerstag Abend ging's los. Mietwagen abgeholt (einen weißen Dodge Journey) und ab auf die I-80 Richtung Salt Lake City, von da nach Süden auf den I-15 bis nach Nevada. Patrick ist die Tour hin gefahren, ich hab' mein Bestes gegeben, ihn die 13 Stunden zu unterhalten, während die Rückbank gesägt hat.

Dort angekommen und im Wild Wild West eingecheckt (das glich eher einem Motel denn einem Hotel – war aber günstig und nah am Strip) legte sich die Hälfte erstmal schlafen... während ich mit Carsten und Diana straight zum nächsten Starbucks musste! Nach dem Kaffee waren wir bereit für die erste Runde über den Strip. In aller Herrgottsfrühe (9 Uhr...). Nach einer Shoppingtour durch die Mall (gut das Patrick und ich irgendwann beschlossen haben, nur noch auf den Fußboden zu gucken und den Hollister-Store schnellstmöglich zu verlassen) war ein bisschen Erholung am Hotelpool auch bitter nötig. Schließlich ist das alles gar nicht so einfach nach einer durchfahrenen Nacht und bei knapp 40 Grad (im Schatten!!!).

Der Abend begann mit einem Subway-Sandwich und ein paar Longdrinks und endete im gemütlichen Schlendern durch MGM Grand (dem größten Hotel der Welt) und New York New York. Prompt hatte ich auch schon 20 $ am Roulette-Tisch verloren. Die lange Fahrt machte sich schließlich bemerkbar, sodass ich zurück ins Hotel und dort in mein "Bett" ging. "Bett" deshalb, weil das Jungs-Zimmer zwei Betten hatte und ich mich mit den Worten "mir doch egal, ich kann überall pennen" dazu bereiterklärt hatte, zwischen den Betten auf dem Boden zu nächtigen.

Am Samstag liefen wir uns erneut die Füße wund und die T-Shirts nass. Sehr erfrischend war dabei der Aufenthalt im Coca-Cola-Store, bei dem wir ein Flavors-Of-The-World Softdrink-Tasting gemacht haben. Von China Apple bis MezzoMix (from Germany) war alles dabei. Meine stolzeste Errungenschaft: Eine Coca-Cola-Light Boxershorts. Dianas Kommentar, ich solle doch die Coke Zero Shorts nehmen, hab ich mal einfach überhört. Wer möchte schon in großen Lettern "Null" auf seinem Schritt stehen haben!? Bevor es zum Frischmachen zurück ins Hotel ging, stand aber noch der legendäre Brunnen vor dem Bellagio auf dem Program – siehe Video...


Ich kann stolz von mir behaupten, am Samstagabend im noblen Bellagio sogar gewonnen zu haben. Immerhin zusammengerechnet 27 $ an Roulette und einarmigem Banditen. Damit war der Verlust wieder ausgeglichen. Im MGM Grand, genauer gesagt im Studio 54 wurde der Abend beschlossen. Fazit: Vegas ist auf jeden Fall sehenswert, aber warum die Amis so begeistert von dem verrückten Flecken Erde mitten in der Wüste sind, kann ich nun nicht nachvollziehen. Europäer sind wohl härteres gewohnt ;-) Einzig die Größe ist beeindruckend, wo sonst findet man Freiheitsstatue, Eiffelturm und San Marco de Venezia in einer Straße...

Sonntag bin ich zurückgefahren... von 11 bis halb 2 nachts. Mit kleinem Zwischenstopp am Heber-Stausee, an dem eine paar witzige Aufnahmen entstanden. Das im folgenden Bild soll übrigens "Vegas" heißen... Aber naja. Was gibt's sonst noch? 96 % im ersten Spanish-Assignment (obligatorische Info für Mama), eine Handynummer (307-460-1437) und einen Festenetzanschluss in meinem Zimmer (307-766-7371), von den ich aber nicht weiß, ob man ihn vom Ausland aus anrufen kann... Wie das darüber hinaus mit den internationalen Vorwahlen läuft, müsst ihr selbst sehen.

Also, soviel von mir... ich muss zurück an die Arbeit und hab' gleich auch noch Fußballtraining... Stress...

PS: Vielen Dank an Paparazzo-Carsten, der sich die Mühe mit den Panorama-Bildern gemacht hat und die Bilder seiner Cam zur Verfügung gestellt hat!

Mittwoch, 9. September 2009

North Platte Canoeing


Wow, was für ein Wochenende. Und es steckt mir immernoch in den Knochen. Schließlich waren es gute 40 Kilometer, die wir von Samstag bis Montag paddelnderweise abgerissen haben. Nachdem wir uns Freitag Abend noch in der Library getroffen hatten, war ich verdammt froh, dass mich ein Flurkollege um 8.45 a.m. geweckt hat. Schließlich war um 9 treffen und ich hatte noch nichts gepackt. Naja, aber wie sich herausstellen sollte, war ich noch lange nicht der letzte am Treffpunkt.

Zwei Stunden später und etwa 70 Meilen weiter westlich kamen wir am Saratoga Lake nahe der gleichnamigen Stadt an. Nach einem erfrischendem Bad im eiskalten Wasser ging es daran, sich mit dem roten Ding vertraut zu machen, dass uns in den nächsten drei Tagen mehr oder weniger gekonnt über den North Platte River bringen würde. Die Kanus vorerst wieder aufgeladen, wurde es nach kurzer Autofahrt ernst: Der Fluss wartete... Vorher noch kurz an den Saratoga Hot Springs (scheiße, die waren wirklich heiß, ich hatte den ganzen Tag rote Füße!) vorbeigeschaut und hinein ins Abenteuer. Ok ok, der North Platte ist ein eher gemütlicher Fluss, in dem man an nicht wenigen Stellen doch auch schon mal aussteigen muss, um das Kanu über die Flachpassagen zu schieben.

Nach etwa fünf oder sechs Meilen war es dann auch schon genug für die untrainierten Arme. Genug, um in aller Ruhe den Zeltplatz nahe Treasure Island aufzuschlagen. Auf dem Campinggrill wurden von der super organisierten Crew bestehend aus Mo (eine Sie – und nein, ich habe keine Ahnung, wofür "Mo" steht) und den beiden sympathisch bekloppten Brüdern Forrest und Logan, Spaghetti mit Salsa-Sauce zubereitet. Lange hat es uns danach auch nicht mehr am Lagerfeuer gehalten, alle waren wir k.o. Auch die schöne Vollmondnacht am spiegelglatten Fluss verblasste in ihrer Schönheit gegenüber den Verlockungen eines warmen Schlafsacks. Denn auch wenn ich tagsüber knackebraun geworden bin und vom Kanu in den Fluss gesprungen war – nachts war es bitterkalt. Apropos in Flüsse springen und so: Rainer, kannst du mir 'ne neue Maui Jim Sport bestellen... ich weiß, ich bin ne Schlampe.

Ok, schnell Themawechsel. Also, ja, war schön. Morgens hat es ein bisschen geregnet. Aber dafür war der improvisiert zubereitete Kaffee vom Campingherd "the best coffee in America so far", sehr zum Amüsement von Forrest, der den Sieg über das allgegenwärtige Starbucks sichtlich genoss. Dazu gab es Pancakes mit Sirup und Instant-Rührei...

Pünktlich zum Start unserer 13-Meilen-Etappe brach die Sonne durch. Es wurde ein wunderschöner Tag. Adler, Hirsche (oder was auch immer biologisch korrekt Deer für eine Rasse ist) und Frösche waren für das Wildlife-Feeling zuständig... und für den Safari-Effekt. Denn Dennis und Ferdinand hatten kurzzeitig ziemlich Panik, als der Adler von der Kiesbank auf sie zugewandert kam. Die beiden waren übrigens auch für den Höhepunkt des Tages zuständig. Ja, sie haben es tatsächlich hingekriegt, das Kanu kentern zu lassen. In bester Baywatch-Manier und mit David-Hasselhoff-Locken riss ich mir Rettungsweste und T-Shirt vom Leib, sprang in den Fluss und rettete... äääh... die Tüte mit den Süßigkeiten, eine Flasche Cola und 'ne Sandale aus den Fluten. Naja, der Wille zählt. Dennis war übrigens für einen Gutteil des Entertainments verantwortlich. Der Gesangsstudent war eine paddelnde Jukebox... Nur meinen Vorschlag, nach dem Kentern "My heart will go on" zu intonieren, fand er irgendwie nich so witzig ;-)

Nach einer "Dusche" im Fluss, einem weiteren Abend am Lagerfeuer mit gerösteten Marshmallows und erholsamem Schlaf im Zelt ging es Montag auf die Schlussetappe von nochmal etwa 5 Meilen. Der Fluss verabschiedete und mit einer krassen Portion Gegenwind. Völlig erschöpft kamen wir wieder in Laramie an und wurden erst einmal wieder klatschnass! Denn das gute Wetter war in Saratoga geblieben. Dafür fühlte sich die Dusche umso schöner an. Nur mal so am Rande: Wir haben hier Montag nicht etwa die Uni geschwänzt, es war nämlich Labor Day, sowas wie der erste Mai..., Tag der Arbeit halt – und folglich Feiertag.

Aufgrund der kurzen Woche ist es diese Tage dann allerdings umso stressiger. Geschlafen habe ich heute satte 90 Minuten, da ich bis sage und schreibe kurz vor 6 an einem Assignment saß, dass ich gerade abgegeben habe. Also, ich studiere hier auch fleißig... nur so als obligatorische Randbemerkung :-) So, muss los, Spanisch fängt gleich an! See You...

Freitag, 4. September 2009

Die ersten beiden Wochen...


Wir sind hier der mitteleuropäischen Zeit anscheinend nicht nur acht Stunden hinterher – tatsächlich scheinen hier auch die Tage um gefühlte acht Stunden kürzer zu sein. Nicht anders ist es zu erklären, dass ich den ganzen Tag etwas zu tun habe und scheinbar trotzdem nicht genug geschafft kriege. Doch nun ist es Freitag Abend, und bevor es gleich wieder in die Bar nebenan geht (ja, dafür ist abends manchmal doch noch ein winziges bisschen Zeit), wollte ich die seltene Gelegenheit nutzen, mal wieder was von mir hören zu lassen, und über die vergangenen zwei Wochen schriftlich zu resümieren.

Letzte Woche war nach dem Fishing-Ausflug die Freizeit erstmal vorbei, schließlich war Montag der Beginn der Classes. Der Ernst des Lebens startete für mich mit einem Kurs in Computer Networking (der Prof, der in Oldenburg Rechnernetze hält, sollte sich vom Entertainment-Talent von Prof. Kim Buckner mal gehörig was abschneiden!!!), gefolgt von meiner ersten Stunde Spanish, zu der ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht angemeldet war. Aber nachdem ich es in Oldenburg nie gebacken bekommen hatte, irgendwann einmal einen Spanischkurs zu machen, musste es hier (trotz vollen Kurses) irgendwie klappen. Schon die erste Stunde bei unserem sympathischen Spanischlehrer aus der Dominikanischen Republik, der tatsächlich von Anfang an im Kurs nur Spanisch sprach, hatte scheinbar einen eingetragenen Studenten abgeschreckt, sodass ich jetzt auch offiziell den Kurs belegen kann.

Mein Plan-B-Stundenplan war bis dahin erstmal gefüllt mit BWL-Kursen, um im Notfall genügend Credit Hours zusammenzukriegen, um hier das mindestmaß zu erfüllen. Von den Verlegenheitswahlen ist nur noch eine sehr coole Introduction to Marketing übriggeblieben. Andere Lückenfüller fielen raus, einerseits durch den doch noch ergatterten Platz im Spanischkurs, andererseits durch eine witzige "Schicksalsfügung", möchte ich es fast nennen. Da ich mich ja irgendwie in diesem halben Jahr nach einem Diplomarbeitsthema umsehen wollte, hatte ich erst einmal eine E-Mail an die Informatik-Fakultät geschrieben, in der Hoffnung, mich bei einem interessanten Forschungsprojekt einbringen zu können.

Eine Antwort darauf bekam ich nicht von einem Informatiker, sondern von einem Geographie-Professor, der da ein interessantes Projekt hätte, dass starke Nähe zur Informatik aufweise und an dem sich auch schon ein anderer Deutscher beteilige. Das Projekt hat grobgesagt etwas mit Geo-Informationssystemen zu tun und ist eine Auftragsarbeit für das amerikanische Verteidigungsministerium und den Geheimdienst. Der andere Deutsche war dann zufälligerweise Patrick...! Der O-Ton des Profs war dann in etwa "ich weiß ja noch nicht, wie das mit dem Budget aussieht, ob ich für dich hier noch eine Stelle finanzieren kann, aber das kriegen wir schon hin." Ich habe ihm dann etwas überrascht klargemacht, dass ich gar nicht bezahlt werden möchte, sondern eigentlich nur Credit Hours bräuchte, um mein Pensum vollzukriegen. Ich habe jetzt also statt langweiliger BWL-Scheiße ein Forschungsprojekt für den Geheimdienst und Patrick als Arbeitskollegen; und ganz nebenbei noch die Aussicht auf ein Diplomarbeitsthema... Läuft!!!

Was gibt es sonst noch... letztes Wochenende war ich in Cheyenne (der nächsten "größeren" Stadt) bummeln (siehe Fotos). Darüber hinaus habe mir hier für 20$ ein Fahrrad für ein Semester geliehen, es ist knallgelb (wie alle Uni-Leihräder) und hört auf den Namen Zack. Bei dem riesen-Campus hier ist er mir schon richtig ans Herz gewachsen. Nebenbei fange ich hier noch wieder an, Soccer zu spielen (so mit 3-4 mal die Woche Training) und kenne auch schon einige Bars... Neben dem Buckhorn ist uns mittlerweile die Library sehr ans Herz gewachsen (mit dem umwerfenden T-Shirt-Spruch "Don't lie to your mom. Tell her you're at the Library!"). Aus dem ganz einfachen Grund: Die Bar ist auf der anderen Straßenseite meines Wohnheims... also irgendwie für alle hier nicht weit. Da gehe ich auch gleich noch ein Bierchen trinken. Schließlich habe ich heute schwer geschuftet: Neben meinen Studienpflichten habe ich Wäsche gewaschen, mein Bett neu bezogen, das Zimmer gesaugt und aufgeräumt, abgewaschen und und und... Und das alles nur, damit ich mal ein paar Fotos von meinem Zimmer hier reinstellen kann, damit ihr mal seht, wie ich hier lebe.

Am Wochenende wartet das nächste Naturerlebnis auf uns. Ein vom Outdoor-Office organisierter Kanutrip zum North Platte River. Morgen früh um 9 a.m. geht's los. Von den zehn Teilnehmern sind bis auf zwei auch lustigerweise alle Internationals. Patrick ist über's Wochenende nach Missouri, deshalb habe ich mir mal flugs seine Angel ausgeliehen, eine Angellizenz für Sonntag, ein Taschenmesser und noch zwei Dosen Würmer gekauft (die jetzt in meinem Kühlschrank gleich neben Schinken und Käse stehen). Mal schauen, ob wir Sonntag beim Campen das Essen also wieder selbst besorgen ;-)

Bis dahin... Erlebnisbericht vom Wochenende folgt...!

Freitag, 28. August 2009

Fishin'



In Wyoming gibt es vieeel Landschaft... Einiges davon haben wir schon gesehen, als wir nach Denver gefahren sind, aber letzten Sonntag haben wir einen Tag in dieser Landschaft verbracht. Genauer gesagt im Curt Gowdy State Park. Patrick hatte den Vorschlag gemacht, angeln zu gehen. Also die Angeln eingepackt, eben noch bei Walmart einen One-Day-Angelschein für $14 gekauft (ohne Nachweis von Können oder Erfahrung...) und ab auf die Interstate 80 Rochtung Osten. Nach 10 Meilen beim Lincoln Memorial (dem steinernen Kopf des Präsidenten an der höchsten Stelle des Highways, der von Ost nach West führt) abgebogen und in den State Park.


Dafür, dass ich noch nie vorher Angeln war, war ich doch ziemlich erfolgreich. Insgesamt konnten wir dem See zehn Forellen abluchsen... Das kostete neben den $14 Dollar vier Stunden, einen Sonnenbrand auf den Schultern und ca. 20 Würmer das Leben. Selbst ausgenommen und geräuchert wurden die dann beim abendlichen Barbeque auch gleich verspeist. Was soll ich sagen, ich bin kein großer Fisch-Fan, aber frischer geht es echt nicht mehr! Total lecker. Und das befriedigende Gefühl, als Mann sein Essen selbst gejagt zu haben.

Dienstag, 25. August 2009

Baseball in Denver


Am Freitagabend waren wir "Oldenburger" bei Patrick eingeladen. Der ist 26, kommt aus Lüneburg und schreibt hier grad seine Masterarbeit. Bei ein paars Buds hat man sich nett unterhalten und gleich mal die Wochenendplanung klargemacht, bevor noch kurz rüber in die Buckhorn Bar sind. Discos gibt's her nicht, Bars auch nur zwei; wobei man sich Bar folgendermaßen vorstellen muss: An normalen Werktagen sitzen ein paar Leute an der Theke, die Hälfte mit Cowboyhut. Am Wochenende ist es das gleiche, nur mit ein paar mehr Leuten und einer kleinen Country-Band. Im Spiegel an der Wand hinter der Theke sieht man noch ein Einschussloch, um das sich diverse Legenden ranken. Naja, auf jeden Fall waren wir nicht lange da, sind aber ganz amerikanisch auf einem Pick-Up von irgendjemandem hinten drauf mitgefahren (obwohl das auch hier total illegal ist).

Erkenntnis des Abends:

"American beer is like having sex in a canoe –
fucking close to water!!!"



Am nächsten Morgen hieß es für mich, um 7 Uhr aufstehen, denn um halb 8 habe ich Downtown unseren Mietwagen für's Wochenende abgeholt. Einen schicken Pontiac G6... mit dem ging's dann nach Denver. Patrick und Alex (ein Ami, der letztes Jahr in Oldenburg war) fuhren vor und lotsten uns zu einer Mall, wo wir die nächsten zweieinhalb Stunden mit Bummeln verbrachten. Sieht aber auch nicht anders aus als eine Einkaufspassage in Deutschland – mit Ausnahme der Louis-Vuitton- und CK-Shops.


Schließlich ging's zum Flughafen, um den noch fehlenden Oldenburger, Dennis, abzuholen. Für den gab es keine Rast, denn daraufhin ging es ohne Umwege zum Coors Field, dem Heimstadion der Colorado Rockies, die an diesem Abend die San Francisco Giants empfingen. Ganz klischeebewusst mit Hot Dogs und Bier sahen wir, wie nach schlechtem Start die Rockies das grandiose sechste Inning nach einem Homerun von Ian Stewart mit 7:0 gewannen, was die Fans doch tatsächlich mit "Hey Baby" von DJ Ötzi feierten... ich dachte ich kipp' um (siehe Beweisfotos)! Am Ende hieß es 14:11 für die Rockies! Ihr habt jetzt nicht verstanden, worum es geht? Kein Ding, ich kann nur sagen, es macht Spaß, wenn man das Spiel versteht. Baseball ist eh so ein gesellschaftliches Event. Bei zum Teil drei bis vier Stunden Spieldauer geht das da ganz relaxed ab.

In Laramie waren wir erst kurz nach Mitternacht, weshalb ich gleich ins Bett fiel, da ein erlebnisreicher Sonntag vor mir lag...

Montag, 24. August 2009

Intro for the American Blog



Puuuh... erstmal Luft holen... bin völlig außer Atem. Und das liegt nicht nur daran, dass ich hier auf 2200 Metern über N.N. bin. Seit einer knappen Woche bin ich nun in Laramie, Wyoming. Einer Stadt mit gut 25.000 Einwohnern, ca. 25 Fast-Food-Läden (und das sind nur die größeren Ketten), breiten Straßen auf denen breite Pick-Ups fahren, und einer Universität. Der University Of Wyoming, um genau zu sein (kurz UW, gesprochen: Juh-Dap).

Mit irgendwas zwischen zehn- und fünfzehntausend Studenten ist es keine allzu große Uni, im Vergleich zu meiner Alma Mater in Oldenburg, die nur knapp weniger Studierende vorweisen kann, jedoch riesig. Hauptgrund dafür sind die Dimensionen. Nur soviel: Die Uni hat für ihre Football-Mannschaft ein Stadion, dass ca. 35.000 Leute fasst. Die TSG Hoffenheim würde sich nach so einem Bau die Finger lecken! Aber den Campus stelle ich später noch vor... schließlich habe ich hier noch eine Menge Zeit.

Warum war die letzte Woche nun also so anstrengend? Zunächst einmal war da die Anreise. Nach einer schönen Abschiedsparty und einem schweren Abschied von meinem Schatz standen 26 Stunden Reise auf dem Plan. Mit Dimitri und Ferdinand nach Frankfurt, wo Carsten zu uns stieß. Von dort weiter nach Washington... Zoll, Einreise, Gepäck aus- und wieder einchecken, Kaffee bei Starbucks (natürlich die erste Amtshandlung in den USA) trinken und ins Flugzeug nach Denver...


Das startete aber erstmal nicht. Ein Gewitter südlich von Chicago bedeutete für uns eine gute Stunde Wartezeit. Das macht Mut in einem Flugzeug, in dem drei Reihen vor einem das Kind gerade den kompletten Rahmen mitsamt Innenscheibe eines Fensters in der Hand hält (kein Scherz, da fiel die komplette Verkleidung auseinander). Die Stewardess verteilte darüber hinaus Papiertücher aus der Bordtoilette, denn aus der Klimaanlage über unseren Köpfen tropfte rostbraunes Wasser... ein Wunder, dass der Kasten noch geflogen ist!

In Denver wartete das bestellte Shuttle. War ein bisschen knapp in einer Lincoln-Stadtlimousine mit Fließheck bei vier Leuten + 8 Gepäckstücken + 4 mal Handgepäck + Fahrer. Letzterer hat beim gewaltsamen Versuch, den Kofferraum zu schließen auch mal gleich die Heckklappe verzogen. Naja, nich unsere Karre. In unserem Zustand war uns sowieso alles egal. Von der Gegend hat man auch nichts gesehen; war ja dunkel. Irgendwann auf der zweieinhalbstündigen Fahrt schliefen wir schließlich alle ein und wachten vor dem Uni-Campus auf. Um ca. 1 Uhr Ortszeit (MEZ - 8) waren wir also da und bezogen des nächtens unsere Halls bzw. Appartements. In meinem Fall ist es das Zimmer 219 der Hill Hall. Immerhin 16 qm, zwar ein bisschen schäbbig und Bad auf dem Flur, aber passt scho. Statt also ins Bett zu gehen nutzte ich den Jetlag bis kurz vor 6 um komplett auszupacken, mit Jenny zu skypen und durch das Zimmer zu wuseln. Darauf kam's schließlich auch nicht mehr an.

Die nächsten zwei Tage lief ich mir gehörig Blasen. Nicht, weil es so viel zu sehen und wandern gab, sondern weil neben unserer Orientation for International Students, die im Hilton Garden Inn stattfand, jede Menge mehr oder weniger bürokratischer Gänge zu erledigen waren... Und der Campus erstreckt sich über fast zehn Blocks!

Aber mittlerweile ist alles soweit in Reihe: Ich habe meine Campus-Id, ein Schließfach im Sportgebäude und ein Fahrrad gemietet, mich bei Walmart eingerichtet, war schon mal in der Mensa, hab mich für Kurse und Aktivitäten angemeldet, weiß, wo alles ist, und hab schon einige nette Leute kennengelernt. Über das äußerst kontrast- und erlebnisreiche Wochenende berichte ich aber nicht mehr heute. Es ist zwar erst 22.14, aber ich bin drop-dead, weil ich heute meine ersten Classes hatte, viel Kleinkram zu organisieren war und ganz nebenbei noch Bob McLaughlin, unser Auslandskoordinator aus Oldenburg, zu Besuch kam, weshalb der halbe Nachmittag für einen netten Chat mit Bob und ein paar anderen Deutschen draufging.

Also, von nun an hört ihr hoffentlich regelmäßiger von mir! Ich versuch' mein Bestes. Schließlich habe ich noch einiges vom Wochenende aufzuarbeiten. Bis dahin: See You!

PS: Weitere Fotos kommen noch! Bis dahin gibts zu einem der Reise-Fotos ein Quiz ;)